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„Blaue Tonne“ statt Altpapierbündel

Erstellt 27.05.11, Ksta.de

Zum 1. Januar 2012 wird es eine stadtweite Umstellung des Sammelsystems geben. Das hat auch Auswirkungen auf Vertreter von Vereinen, die bisher gesammelt haben. Sie müssen einmal im Monat zwei Personen abstellen.

Mechernich - In Mechernich und Kommern sammeln die Vereine mit Original-Müllwagen das Altpapier ein. In vielen anderen Dörfern ziehen Karnevalisten, Musiker und Sportklubs von Haustür zu Haustür und stapeln die gebundenen Altpapierstapel auf dem Traktoranhänger.

In manchen der insgesamt 44 zur Stadt Mechernich gehörenden Ortschaften gibt es aber auch kein solches Abholsystem. Dort müssen die Bürger selbst die Initiative ergreifen und ihr Altpapier zu speziellen Sammelplätzen oder Containern bringen. Das ist unter anderem mit Mühe und Aufwand verbunden.

Die Existenz mehrerer Sammelsysteme für das Altpapier-Recycling hat aber bald ein Ende. Die „Blaue Tonne“ wird im Mechernicher Stadtgebiet zum 1. Januar 2012 flächendeckend eingeführt. Und zwar, weil der Gesetzgeber es so will. Das Bundeskabinett hat am 30. März den Entwurf zur Novelle des „Kreislaufwirtschaftsgesetzes“ verabschiedet. Damit wird Bundesrecht an die EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG „zwingend angepasst“, wie es heißt. Diese EU-Abfallrahmenrichtlinie stärkt die Handels- und Wettbewerbsfreiheit innerhalb der Europäischen Union.

Kommunale Einzellösungen sind ab 2012 nicht mehr zulässig. Theoretisch könnten dann auch gewerbliche Altpapiernutzer sammeln oder Sammelcontainer aufstellen. In Mechernich hat man sich nun Gedanken darüber gemacht, wie man das Sammelsystem der Vereine und die damit verbundene Finanzspritze für die Vereinskassen erhalten kann.

Die Lösung besteht darin, dass jeweils zwei Vereinsvertreter am Sammeltag des Altpapiers als „Lader“ abgestellt werden müssen. Sie sollen die Tonnen zum Ausleeren ans Entsorgungsfahrzeug anhängen und sie leer wieder an ihren alten Platz zurückstellen.

Dieter Karls von der Steuer- und Gebührenabteilung der Stadt Mechernich: „Nur so retten wir die Vereinsförderung durch Altpapierverkauf.“ Zudem reduziere sich der Aufwand für die Vereine erheblich. Die „Blaue Tonne“ soll nämlich nur alle vier Wochen geleert werden.

Kostenlose Bereitstellung

Helmut Schmitz, der zuständige Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, weiß zwar noch nicht, wie der endgültige Gesetzestext aussehen wird. Aber klar ist, dass die Stadt Mechernich wohl nur mit einer flächendeckenden Einführung der „Blauen Tonne“ die Zulassung gewerblicher Altpapiersammlungen in der 28.000-Einwohner-Stadt verhindern kann.

Die Stadtverwaltung beschafft die Altpapiertonnen im Rahmen einer europaweiten Leistungsausschreibung als Eigentumsgefäße und stellt sie den Bürgern kostenloszur Verfügung. (ksta)

 
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