#weyereifel
    Bürgerhaus Weyer
    Sanierung der Hauptstraße / Bis 2025
    Weyer in der Eifel
    Feuerwehrgerätehaus Weyer
    Pfarrkirche St. Cyriakus
    Kriegerdenkmal und Jubiläumsstele

    Die Revolution von 1848

    Am 25.Februar 1848 stürzte die französische Monarchie. König Louis Philippe floh nach England. Die Revolutionäre errichteten die 2. Republik. An die Stelle des partikularen trat ein allgemeines und gleiches Wahlrecht für alle Bürger. Die revolutionäre Stimmung breitete sich in ganz Europa aus. Auch in Preußen kam es zu Aufmärschen und blutigen Zusammenstößen.
    Köln war ein Brennpunkt im Kampf um die Erringung republikanischer Freiheiten. Ein Soldat aus Weyer, der in einer Kölner Garnison diente und dort den Protestzug vom 3. zum 4.März erlebte, kam an einem späten Abend zu Besuch in sein Heimatdorf Weyer.
    Die Taschen voller Abzeichen für etwaige Freiheitslustige, begann er die Bewohner für die neuen Ideen zu begeistern. Bei den sonst eher unpolitischen Menschen zeitigte seine Rede eine große Wirkung. Begünstigt durch die gerade erst überstandene Hungersnot von 1847 und die Abneigung gegen den Bürgermeister Heinrich Wilhelm Schruff, der seit 1844 im Amt war, und dem das Wohl der Bewohner nicht besonders am Herzen lag. Noch in derselben Nacht blies ein Hornist zum Sammeln. Die Männer strömten zusammen und beschlossen, das Bürgermeisteramt in Eiserfey zu stürmen. Etwa 30 bis 40 Mann zogen mit einem Fuhrwerk nach Eiserfey. Bürgermeister Schruff, der, wie auch sein Sekretär, von dem Vorhaben unterrichtet waren, ergriffen die Flucht. Schruff setzte sich später sogar nach Nordamerika ab. Infolgedessen hatten die Erstürmer leichtes Spiel. Sie öffneten gewaltsam Tor und Türen, packten die Akten und Bücher und das ganze Mobiliar- bis zum Sand- und Tintenfaß auf das mitgebrachte Fuhrwerk und fuhren nach Weyer zurück. Von dort kamen die Sachen nicht mehr nach Eiserfey zurück. Man brachte sie nach Zingsheim. Dieser Vorfall führte dazu, daß das Bürgermeisteramt Weyer seinen Sitz in Zingsheim erhielt.

    Ein Teil der Aufständischen zog in der gleichen Nacht noch nach Zingsheim, holte den dortigen Ortsvorsteher und Beigeordneten Thomas Hoffmann aus dem Bett und entführte ihn in Richtung Weyer. Nach einer Stunde befand sich Hoffmann wieder auf freiem Fuß. Nach diesen Aktionen waren die Aufständischen noch nicht zufrieden. Auch an dem Bürgermeister Fabricius von Scheven, der gleichzeitig Rendant der Pfarre Weyer war, wollte man Rache nehmen. Fabricius hatte 1845 die Rendantur in Weyer übernommen, nachdem wegen der großen Außenstände, die die Kirchenfabrik aufwies, niemand in der Pfarre bereit war, den Posten des Kirchenrendanten zu übernehmen. Er war beim Einzug der Außenstände nicht gerade zimperlich vorgegangen.
    Wie im Falle Schruff in Eiserfey, so verbreitete sich auch am 12.April in Scheven die Nachricht von einem Angriff der Aufständischen aus Weyer auf den Bürgermeister Fabricius. Daraufhin marschierte die gerade gegründete Bürgerwehr von Scheven nach Dottel, um dort Stellung zu beziehen. Ein Angriff ist, aus welchen Gründen auch immer, nie geschehen. Stattdessen beschimpften sich seitdem die Bewohner aus Weyer und Scheven gegenseitig in Zeitungsbeiträgen im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schieiden.

    Einen besonderen Pfiff besaß die Geschichte deshalb, weil der amtierende Pfarrer in Dottel, Jacobi, die Schevener Bürgerwehr, bevor sie in Stellung ging, beköstigte und zur Standheftigkeit ermunterte, aus Weyer stammte. Am 15.April übertrug die Regierung die provisorische Verwaltung der Bürgermeisterei Weyer dem Beigeordneten Johann Esser aus Weyer. Sehr bald danach betraute die Regierung mit Verfügung Nr. 14649 vom 5 Juli 1848 den Jacob Blum aus Zingsheim mit der kommissarischen Verwaltung der Bürgermeisterei Weyer. In der Bürgermeisterchronik bezeichnete Bürgermeister Blum die Vorfälle als Jugendstreiche, die einer gesetzlichen Ahndung nicht bedurften. Dies trug ihm allenthalben große Achtung ein, die bis zu seinem Lebensende währte.

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