Im wahrsten Sinne des Wortes wurde am Samstagabend die Rakete gezündet: In der restlos ausverkauften Bürgerhalle Weyer feierten die Weyerer Blömche anlässlich ihres 55-jährigen Bestehens ihre große „Rut Jell Jröne“-Jubiläumssitzung und boten den Jeckinnen und Jecken ein Programm, das keine Wünsche offenließ. Bereits ab 18 Uhr öffneten sich die Türen der Bürgerhalle, sodass alle Gäste genügend Zeit hatten, ihre Plätze einzunehmen. Pünktlich um 19 Uhr begann das Programm und setzte von der ersten Minute an ein deutliches Zeichen – diese Sitzung sollte eine ganz besondere werden.
Die Sitzungspräsidenten René Wassong und David Rosenbaum begrüßten das Publikum in der vollbesetzten Halle und führten als Vertreter der Kölsche Köbes-Innung von 1926, ganz nach dem Motto „Von uns serviert, von dir spendiert“, mit viel Humor, Charme und karnevalistischem Gespür durch einen abwechslungsreichen und stimmungsvollen Abend. Ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der Weyerer Karnevalssitzung ist der Nachwuchs, und so sorgten gleich zu Beginn die Hoppe Blömche und die Danz Blömche als Eisbrecher dafür, dass die Halle bebte. Mit sichtbarem Stolz präsentierten sie die Zukunft der Weyerer Blömche und zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und engagiert der Karneval in Weyer ist. Trainiert werden die jungen Tänzerinnen von Michaela Kerwin und Rike Sistig. Als Dank für ihren mitreißenden Auftritt erhielten sie nicht nur den Sessionsorden, sondern auch die erste Rakete des Abends.
Ein historischer Moment folgte mit der Vorstellung des ersten Damendreigestirns der Weyerer Blömche. Prinz Annika I., Jungfrau Larissa und Bauer Jenni regieren die Session 2025/2026 und führen die Weyerer Jecken mit viel Herz, Power und ansteckend guter Laune durch die fünfte Jahreszeit. Ob auf ihrem Sessionsorden oder auf der Bühne – ihre Chucks sind längst ihr Markenzeichen. Die drei genossen es sichtlich, Teil und Mittelpunkt dieser grandiosen Sitzung zu sein, gemeinsam mit dem Narrenvolk zu klatschen, zu singen und zu schunkeln. Bereits vor zwei Jahren hatten sie den Entschluss gefasst, gemeinsam als Dreigestirn auf der Bühne zu stehen – ein Geheimnis, das sie sogar vor ihren Familien hüteten. Umso überwältigender war die große Zustimmung und Unterstützung, die sie nun erfahren durften. An diesem Abend wurde einmal mehr deutlich: Karneval verbindet die Herzen der Menschen. Angelehnt an das Kölner Sessionsmotto riefen sie voller Überzeugung aus: „Mir doon et für Weyer!“
Natürlich durften zur Jubiläumssitzung auch die Tollitäten befreundeter Karnevalsvereine nicht fehlen. Die Weyerer Blömche freuten sich über den Besuch der KG Greesberger Kommern mit ihren Familientollitäten, des Festkomitees Mechernich mit seinem Prinzen, der Seilbahnjecken Bergheim mit ihrem Prinzenpaar sowie der IG Lorbach mit ihrem Dreigestirn. Darüber hinaus erwiesen auch die KG Feytaler Jecken, der Karnevalsverein Harzheim und der KV Rot-Weiß Engelgau der Jubiläumssitzung ihre Aufwartung und unterstrichen eindrucksvoll die enge Freundschaft und Verbundenheit im regionalen Karneval.
Keine Sitzung in Weyer ohne die schönsten Karnevalslieder: In diesem Jahr sorgte die Band Vollgaas aus Erftstadt dafür, dass die Bürgerhalle tanzte, sang und ausgelassen feierte. Spätestens jetzt hielt es niemanden mehr auf den Plätzen – die Halle kochte.
Humor, Akrobatik und eine ordentliche Portion Mut bot anschließend das Weyerer Männerballett. „Hör mal, wer da hämmert – und sieh mal, wer da fliegt“ beschreibt ihre Darbietung wohl am treffendsten. Trainiert von Kathrin Schnorrenberg und Claudia Wassong, ist das Männerballett seit Jahren fester Bestandteil der Sitzung und auch auf den Bühnen der Eifel ein gern gesehener Gast. Für einen ganz besonderen Moment sorgte Bürgermeister Michael Fingel, der bei der Proklamation im November noch schmunzelnd erklärte, neu im Karnevalsgeschäft zu sein. Nun wurde er Teil eines spektakulären Specials und flog in einem wagemutigen Sprung von der Bühne direkt in die Arme des Männerballetts. Die Aktion wurde mit tosendem Applaus und einer Rakete der gesamten Bürgerhalle belohnt.
Nach so viel Adrenalin kehrte kurz Ruhe in die Bürgerhalle ein, als Peter Koll als „Ne komische Hellije“ mit einer pointierten, humorvollen und zugleich nachdenklichen Rede begeisterte, der das Publikum aufmerksam folgte.
Mit den Sugar Girls aus Mutscheid bei Bad Münstereifel wurde es anschließend galaktisch. Unter dem Motto „Space Train – One Way Ticket ins Unbekannte“ entführten über 35 Tänzerinnen das Publikum auf eine spektakuläre Reise. Die Bühne bebte, die Show hob förmlich ab und wurde zu einem weiteren Höhepunkt der Sitzung.
Ein echtes Heimspiel hatte anschließend Björn Wassong alias „Ne Jeck im Rähn“. In Weyer nicht nur aufgewachsen, sondern auch karnevalistisch groß geworden, stand er wieder auf der heimischen Bühne und griff das Zwerchfell der Gäste frontal an. Mit seiner Rede – einem wahren Hochlied auf die Eifel – fesselte er die Halle vom ersten Moment an. Seit 2006 steht Björn als „Jeck im Rähn“ auf der Bühne und feiert in dieser Session sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. Zum Schluss richtete er sich noch mit einer besonderen Bitte an das Publikum: In diesem Jahr steht er für den Närrischen Oscar in der Kategorie „Newcomer“ auf der Abstimmungsliste des Kölner Express und würde sich über zahlreiche Stimmen sehr freuen.
👉 https://www.express.de/koeln/karneval/naerrischer-oscar-fuer-newcomer-wer-beerbt-fiasko-1191696
Die Kölner Newcomer Bel Air brachten die Bürgerhalle anschließend endgültig zum Beben. Bei Hits wie „Die janze Naach“, „Ming Colonia“ und spätestens bei „Konfetti in der Luff“ standen die Gäste auf den Bänken. Hier zeigte sich eindrucksvoll, warum der Weyerer Karneval weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist und Jahr für Jahr zahlreiche Besucher anzieht.
Aus Scheven durfte danach die Showtanzgruppe Limitless begrüßt werden. Mit ihrem Auftritt zu einem „göttlichen Ball“ verwandelten sie die Bühne in ein Theater und begeisterten mit herausragender Akrobatik, Präzision und Ausdrucksstärke – ein weiterer Höhepunkt, der die Stimmung noch einmal auf ein neues Level hob.
Den krönenden Abschluss der Sitzung lieferten schließlich die Funky Marys. Frauenpower pur sorgte dafür, dass auch zu später Stunde keinerlei Müdigkeit aufkam. Mit ihrem Hit „Nur met Dir“ brachten sie die Bürgerhalle noch einmal geschlossen zum Schunkeln. Mit unbändiger Energie wirbelten sie über die Bühne und heizten dem Publikum mit Pyro-Effekten, Nebel und Konfetti noch einmal richtig ein. Die Halle kochte, die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt und die Funky Marys forderten vom Publikum das letzte bisschen Energie – mit Erfolg. Es war ein mitreißendes Showfinale und ein würdiger Abschluss einer rundum grandiosen Weyerer Karnevalssitzung.
Nicht unerwähnt bleiben darf der Sessionsorden zum 55-jährigen Jubiläum. Neben dem Blömche-Logo finden sich darauf auch die Logos der JGV Weyerer Wildschweine und des SV Concordia Weyer. Zudem ist die Weyerer Straßenkarte Teil des Designs. Ein starkes Symbol, das eines deutlich macht: In Weyer feiert man gemeinsam. 🎭🎉
