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    45 Jahre Weyerer Wildschweine: Junggesellen und Altgesellen feiern gemeinsam

    Zum 45-jährigen Bestehen kamen die Junggesellen und Altgesellen der Weyerer Wildschweine zu einer privaten Jubiläumsfeier zusammen. Ein Abend voller Erinnerungen, guter Gespräche und Überraschungen ließ die gemeinsame Vereinsgeschichte lebendig werden.

    45 Jahre Weyerer Wildschweine – das war für die Mitglieder aus verschiedenen Generationen ein guter Anlass, gemeinsam auf die vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken. Bei der privaten Jubiläumsfeier standen die gemeinsame Geschichte des Vereins und die vielen Erlebnisse, die Junggesellen und Altgesellen miteinander verbinden, im Mittelpunkt.

    Nico Kaiser und Benedikt Evertz begrüßten die Gäste und gaben einen kurzen Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Eine Bildershow ließ zahlreiche Erinnerungen wieder lebendig werden. Die Aufnahmen sorgten für Gesprächsstoff, weckten längst vergessene Geschichten und boten Gelegenheit, gemeinsam in vergangenen Zeiten zu schwelgen.

    Für eine besondere Überraschung sorgten Heinz und Wolfgang Hamacher. Sie brachten als Geschenk die erste Fahne des Vereins mit und ließen damit ein Stück der Vereinsgeschichte wieder lebendig werden.

    Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Ein Foodtruck kümmerte sich darum, dass niemand hungrig bleiben musste. Auf den Stehtischen standen Fässchen bereit. Und natürlich durfte bei einem Jubiläum der Wildschweine eine besondere Showeinlage nicht fehlen. Dabei stieg die Temperatur im Laufe des Abends spürbar an – und so mancher Blick dürfte sich plötzlich von den alten Vereinsfotos abgewendet haben. Dass bei den Jubiläen der Wildschweine neben Erinnerungen und Geselligkeit auch solche Überraschungen dazugehören, ist inzwischen beinahe schon Tradition.

    Die Geschichte der Junggesellen in Weyer reicht bis mindestens 1906 zurück, als erstmals ein Junggesellenverein im Ort erwähnt wurde. Was danach aus diesem Verein wurde, ist nicht überliefert. Das Maibrauchtum blieb jedoch über Jahrzehnte lebendig. Jährlich kamen Maigesellschaften zusammen, um die Mainacht vorzubereiten und zu feiern. Anschließend lösten sie sich wieder auf, bevor sie sich im folgenden Jahr erneut zusammenfanden.

    1981 wurde der Junggesellenverein neu gegründet. Bei „Krings op de Eck“, an der Kreuzung Hauptstraße/Jülicherend, kamen unter anderem Rolf Naßheuer, Heinz Hamacher, Heinz Vossel und Clemens Hellenthal zusammen, um die Weyerer Wildschweine ins Leben zu rufen.

    Der Vereinsname geht auf ein Wildschwein zurück, das Franz Esser in seiner Scheune nahe der Kreuzung Hauptstraße/Jülicherend aufzog. Das Tier faszinierte die Dorfbewohner und wurde zum Namensgeber des Vereins. Erst später machten sich die Mitglieder auf die Suche nach einem passenden Erkennungszeichen. Bei der Firma Hardenberg fanden sie schließlich ein Emblem mit einem Keilerkopf, das zum Vereinslogo wurde und die Weyerer Wildschweine bis heute repräsentiert. Bei besonderen Feiern kommt bisweilen sogar ein ganzes Schwein auf den eigens dafür gebauten Grill.

    Das Maibrauchtum bildet bis heute den Mittelpunkt des Vereinslebens. Zu den Vorbereitungen gehören der Zeltaufbau, das Sammeln von Brennholz, das Schneiden der Birken und das traditionelle Eiersammeln. Dabei ziehen die Junggesellen singend von Haus zu Haus und sammeln Eier sowie Geldspenden für die Feierlichkeiten.

    Ein weiterer Höhepunkt ist das Aufstellen der Maibäume für unverheiratete junge Frauen. Die Birken werden in den Weyerer Farben Weiß, Rot und Blau geschmückt. Bei der vereinsinternen Maimädchenversteigerung wird festgelegt, welches Mitglied welchen Baum aufstellt.

    Die Mainacht hat sich im Laufe der Jahre zu einem Fest für das ganze Dorf entwickelt. Auf dem Dorfplatz kommen Jung und Alt bei Musik, Essen und Getränken zusammen. Der Musikverein Harmonie Weyer gehört ebenfalls zum festen Bestandteil der Feier.

    Zum historischen Vereinsleben gehörte auch das Hahnenköpfen am Kirmesmontag, bei dem der Hahnenkönig ermittelt wurde. Dieser alte Brauch wurde bereits vor den 1950er-Jahren im Rahmen der Kirmes gepflegt und ist damit deutlich älter als die heutigen Weyerer Wildschweine. Er gehört zu den überlieferten Traditionen der Weyerer Junggesellen und ist Teil der örtlichen Brauchtumsgeschichte.

    Auch bei Junggesellenwettstreiten waren die Wildschweine erfolgreich. 2011 gewannen sie in Urfey und Roderath, 2012 verteidigten sie den ersten Platz in Roderath. 2013 folgten ein zweiter Platz in Holzheim und der Fairnesspokal in Roderath. Eine besondere Erinnerung bleibt zudem der „Säuferpokal“, den die Weyerer 1989 in Mahlberg errangen.

    Die Weyerer Wildschweine stehen seit 1981 für gelebtes Brauchtum, Gemeinschaft und viele gemeinsame Erlebnisse. Die Jubiläumsfeier machte deutlich, wie sehr der Verein Generationen verbindet und wie lebendig die Erinnerungen an die vergangenen Jahrzehnte geblieben sind. Mit der ersten Vereinsfahne wurde an diesem Abend ein besonderes Stück der Geschichte wieder sichtbar.

    Und so klang es an diesem Abend – und hoffentlich noch an vielen weiteren.

    Auf den JGV ein kräftiges: Sau – Grunz! Sau – Grunz! Sau – Grunz!

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