#weyer_eifel
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    Vereinsgeschichte des Sportvereins Concordia Weyer

    Wie kam der Fußball nach Weyer?

    Die nach mündlichen Überlieferungen in der Chronik zum 60-jährigen Vereinsjubiläum erklärende Darstellung, dass die englischen Besatzungstruppen nach dem Ersten Weltkrieg (1918/1919) in Weyer das Interesse am Fußballsport geweckt hätten und somit Anlass der späteren Vereinsgründung waren, dürfte so nicht richtig sein. Am 7. Dezember 1918 zog die Artillerie einer englischen Armee durch den Ort und nahm für eine Nacht Quartier, während ab dem 27. März 1919 Weyer für vier Wochen die Einquartierung einer bespannten englischen Batterie erhielt. Mit Wirkung vom 10. November 1919 wurde den Franzosen die militärische Besetzung und Verwaltung des Kreises Schleiden übertragen, welche diese dann am 1. August 1922 an die belgischen Besatzungstruppen weiterdelegierten. Hier stellt sich die Frage, warum erst nach sieben Jahren (1926?) nach dem Abzug der englischen Truppen (1919) ein Fußballverein gegründet wurde. Wenn vier Wochen und eine Nacht Aufenthalt von kickenden englischen Soldaten die Begeisterung für diesen Sport so entfacht hätten, wie die Überlieferung berichtet, hätte die Gründung sicher früher stattgefunden.

    Unbestritten ist England das Ursprungsland des Fußballs und wäre die Verbreitung dieser Sportart nicht durch die sportliche Zwangspause infolge des Ersten Weltkrieges (1914–1918) gehindert worden, hätte sie früher bei uns Fuß gefasst. Schon 1913 gab es in Firmenich und Euskirchen Fußballvereine und selbst bei der kaiserlichen Armee existierten Mannschaften: 1913 trug eine Einheit des Infanterie-Regiments Nr. 16 „Die Hacketäuer“ aus Köln-Mülheim ein Gesellschaftsspiel gegen den Euskirchener Sportklub aus. 1914 erschienen wöchentlich in den Lokalteilen der Zeitungen Spielergebnisse, und schon vor 1913 trugen die Gymnasien von Münstereifel und Euskirchen Freundschaftsspiele aus. Fußball war gesellschaftsfähig geworden – die Zeit, in der ein Polizeidiener mit Pickelhaube bei der Ansicht kickender junger Männer knurrte „Nackte Knie, öffentliches Ärgernis“, war vorbei.

    Der Sportverein Weyer hat seine Urzelle in der Sportabteilung des Jünglingsvereins, gegründet von Pfarrer Julius Firmenich am 2. November 1920. Am 2. Februar 1921 überwies Direktor Osterspey im Namen der Gewerkschaft „Mechernicher Werke“ (GMW) 3.000 Mark für die Fortbildungsschule und Jugendpflege in Weyer, im gleichen Jahr weitere 1.000 Mark. Nach Übernahme der Pfarrstelle Weyer durch Pfarrer Johannes Schoenen am 15. Januar 1923 schenkte er der Sportabteilung keine Beachtung mehr und widmete sich allein dem Jünglingsverein. Die jugendlichen Kicker waren nun „wild“, wie man nicht angemeldete Vereinszusammenschlüsse nannte. Um auch um Punkte spielen zu können, schlossen sie sich zum Sportverein Weyer in der Deutschen Jugendkraft Familie (DJK), dem Reichsverband katholischer Vereine, zusammen. Ab November 1924 gehörten sie mit 18 weiteren Vereinen aus dem Kreisgebiet zum DJK-Bezirk „Schleiden“. Ein Bericht der Euskirchener Zeitung vom 15. Januar 1925 belegt, dass die DJK Weyer bereits 1924 Punktspiele austrug: Am 11. Januar unterlag die Weyerer Schülermannschaft Eiserfey mit 1:2, die Eiserfeyer gewannen bereits zum dritten Mal in Weyer.1923 verhinderte die belgisch- französische Besatzung, dass Spiele ausgetragen wurden. Am 22. März 1925 siegte Weyer gegen Lorbach mit 1:0. Am 23. August 1925 lud der Sportverein DJK Weyer zu einem Sportfest mit Fußball- und Leichtathletikwettbewerben ein. Neun auswärtige Vereine nahmen teil.

    Nach mündlicher Überlieferung feierte man 2001 das 75-jährige Vereinsjubiläum, während Belege zeigen, dass das 80-jährige Jubiläum bereits 2000 möglich gewesen wäre. Dass jeder Anfang schwer ist, erfuhren auch die Spieler des Sportvereins Weyer: Fußballschuhe waren unerschwinglich, man spielte in hohen Schnürschuhen mit eisernem Hufeisen im Absatz, groben Eisennägeln unter der Sohle und Stoßeisen an der Spitze. Schienbeinschoner gab es nicht und dennoch erstaunlich wenige Verletzungen. Das erste Spielfeld auf dem Silberberg verdiente nicht den Namen Sportplatz. Statt Steinen als Tormarkierungen schnitzten die Kicker im Weyerer Wald Tannenstämmchen zu Toren. So entstand die Zeit der fahrbaren Sportplätze: Tore und Eckfahnen wurden auf Karren geladen und von Wiese zu Wiese gefahren, die man je nach Saison mit Sense oder Sichel mähte. Im Winter trainierte man im Saal. Zu den ersten Spielern gehörten Thomas Reinartz, Jakob Huth, Jakob Breuer, Johann Werner, Heinrich Lahmen, Wilhelm Bongart, Servatius Wassong, Hilarius Werner, Johann Vossel, Jakob Bittner, Peter Bongart; später kamen Willi Jacobi, Johann Bongart, Wilhelm Hansen, Johann Hein, Josef Kloster, Matthias Wassong, Hubert Breuer, Hubert Heinen, Martin Kolvenbach, Heinrich Wassong, Josef Wiederich und Michael Vogt hinzu.


    Mit der Machtübernahme der NSDAP 1933 wurden konfessionelle Vereine wie die DJK unter Druck gesetzt, 1934 mussten Spielerpässe abgegeben werden und der Spielbetrieb ruhte bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis zur zwangsweisen Auflösung der DJK Weyer spielten nur Jugendmannschaften. Nach 1945 belebte Hermann „Hahne Hermann“ Feder den Verein neu, der sich fortan „Concordia“ („Eintracht“) nannte. Sportmaterial war knapp: Fußbälle, Schuhe und Trikots wurden auf dem Schwarzen Markt gegen Lebensmittel gehandelt, wer Glück hatte, erwarb bei Moppe Matthes in Weyer ein Paar Schuhe zum Monatslohn. Trotz Zwangsbewirtschaftung nahmen Idealismus und Dankbarkeit überhand und bald lief der Spielbetrieb wieder an.

    Da LKWs Luxus waren und Busse nicht existierten, fuhren die Mannschaften mit Pferdewagen, reisten zu Fuß oder per Fahrrad an. Die durch den Krieg verlorenen Jugendspieler wurden durch die Italiener Ezio Gamba und Erminio Andreoli ersetzt, die 1943 über die Organisation Todt zum Westwallbau nach Weyer kamen und auch nach dem Einmarsch der Amerikaner am 6. März 1945 in der Eifel blieben. Mit Gelegenheitsarbeiten bei Landwirten hielten sie sich am Leben. Die Integration gelang jedoch erst vollständig, als sich Gamba und Andreoli dem neu belebten Sportverein Weyer anschlossen. Die beiden gehörten zu den Stützen der Mannschaft.

    Wie verbindend der Sport nicht nur auf höherer Ebene wirken kann, zeigte sich besonders bei Ezio Gamba. Durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Concordia erwarb er sich nicht nur die Anerkennung seiner Mannschaftskameraden, sondern auch der Ortsbevölkerung. Er heiratete später eine Frau aus Weyer und ließ sich dort endgültig nieder. 1968 erwarb Ezio Gamba die deutsche Staatsbürgerschaft. Sein Freund Andreoli, mit dem Gamba manche Schlacht auf dem Fußballfeld zugunsten des SV Weyer entschied, verunglückte im Oktober 1951 im Mechernicher Bleibergwerk und verstarb infolge der Verletzungen im Februar 1952.

    Aus der Zeit des Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg sind zum Teil ungewöhnliche Geschichten rund um die Concordia überliefert. So unterlief dem Torwart Karl Feyen ein Missgeschick, das ihm den Spott seiner Mitspieler eintrug.Ohne Schirmmütze betrat damals kein Torwart das Spielfeld, denn er fühlte sich damit nicht vollständig angezogen. Karl Feyen hatte damit so seine Probleme: Als der Gegner gerade mit dem Ball auf sein Gehäuse zulief, blies ihm der Wind die Mütze vom Kopf. Statt auf den Ball zu achten, der auf sein Tor rollte, versuchte Feyen, seine Mütze zu fangen, dabei kullerte der Ball durch seine Beine ins Netz.

    Einen besonderen Pfiff hatten stets die Gastspiele der Concordia in Alendorf. Dort stand mitten auf dem sogenannten Sportplatz ein Baum, was von den Spielern doppeltes Können verlangte: Man musste nicht nur den Gegner, sondern auch den Baum umspielen. Besonders vorteilhaft war der Baum, wenn der Schiedsrichter im toten Winkel stand. Dann konnten Nickeligkeiten mit dem Gegner in Sekundenschnelle ausgetauscht werden, ohne dass der Unparteiische dies ahndete. Sinnvoller wäre es gewesen, wenn der Schiedsrichter das Spiel von einem Ast des Baumes aus gepfiffen hätte, denn so hätte er den nötigen Überblick gehabt.

    Gelegentlich, man sollte es nicht verschweigen, wurde auf dem Platz auch das Faustrecht angewendet. Bei einem Spiel in Dollendorf hatten Spieler und Betreuer Wacholdersträucher (Wachhecke) von vorzüglicher Qualität entdeckt und sich wie in einem Selbstbedienungsladen ohne Bezahlung mit Wacholder Zweigen eingedeckt. Diese Zweige wurden damals noch zum Räuchern von Schinken und Würsten verwendet und waren nicht überall greifbar. Als die Dollendorfer dies bemerkten, mussten die Weyerer nach Spielende fluchtartig das Spielfeld räumen. In dem Tumult verpasste der Betreuer der Concordia, Josef Rosenbaum, dem Geschäftsführer von Dollendorf eine Ohrfeige.

    Dass Hunger wehtut, nutzten viele ländliche Sportvereine von 1945 bis 1948 aus, so auch der SV Weyer. Im Gegensatz zu den Spielern in Köln, Bonn und Düren lebten die Kicker auf dem Land, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wie im Schlaraffenland. Um sich einmal richtig satt zu essen und vielleicht noch Eier und Speck mit nach Hause zu nehmen, nahmen renommierte Vereine aus den zerstörten Städten Einladungen zu Freundschaftsspielen auf dem Land an. Der Klassenunterschied – oft trennten Welten die Mannschaften – spielte dabei keine Rolle. Die ländlichen Gastgeber nahmen es in Kauf, zweistellige Niederlagen einzustecken. Hauptsache, sie konnten mehr Zuschauer als üblich anlocken. So empfing die Concordia in dieser Zeit die Mannschaften von Phönix und Arminia Köln. Selbst Ablösesummen wurden in diesen Jahren in Naturalien bezahlt.

    Neben Fußball wurde in Weyer zeitweise auch Handball von jungen Damen gespielt, die Mannschaft hatte jedoch nur drei Jahre Bestand. Nach diesem verheißungsvollen Neubeginn erlosch die Flamme der Begeisterung für den Fußballsport in Weyer. Im August 1950 wurde die Concordia unter Vorsitz von Johann Werner neu belebt. Die neue Aktivität begann mit einem Einführungs- und Freundschaftsspiel gegen den SV Weiler am Berge, scheiterte jedoch bald. Ein neuer Versuch wurde im Dezember 1952 unternommen: Unter der Überschrift „Bekommt Weyer einen Sportverein“ schrieb das Euskirchener Volksblatt am 17. Dezember 1952: „Die Sportjugend von Weyer will im Frühjahr wieder den Spielbetrieb aufnehmen. "Da einige andere Dorfvereine sehr großen Zulauf haben, fällt es schwer, dem Sportverein eine feste Grundlage zu schaffen.“ Wie konnte es geschehen, dass der Spielbetrieb nach einem guten Start so häufig eingestellt werden musste? Nach 1945 war jeder froh, dem Inferno des Zweiten Weltkrieges entronnen zu sein. Bei den damals oft unsicheren Verhältnissen waren Zukunftsaussichten nicht gefragt. Man versuchte stets, die nächsten Tage zu überstehen. Diese Mentalität herrschte nicht nur in vielen Familien, sondern auch im Sport: Nachwuchsförderung wurde – vielleicht mangels Schuhen und Trikots – nicht betrieben und auch keine Reservemannschaft aufgestellt. Es genügte, dass zwei bis drei Leistungsträger die Mannschaft verließen und der Spielbetrieb war nicht mehr durchführbar. So geschehen bei zwei Spielern aus Mechernich, die ohne Abmeldung beim TuS Mechernich bei der Concordia spielten und vom TuS zurückgerufen wurden.

    In der Generalversammlung vom 6. April 1963 startete man einen Neubeginn. Gegen den Antrag der Concordia auf Wiederaufnahme in den Fußballverband Mittelrhein legte der TuS Eiserfey Widerspruch ein, doch der Antrag wurde dennoch stattgegeben. Die Rivalitäten mit den Eiserfeyern, die stets in höheren Klassen spielten, setzten sich fort und eine geplante Fusion scheiterte. In der dritten Kreisklasse nahm die Concordia 1964 den Spielbetrieb wieder auf, mit einer 0:3-Niederlage gegen den SV Voissel. Um nicht denselben Fehler wie Anfang der Fünfziger zu wiederholen, meldete man auch eine gemischte A3-Jugend an, die von Jugendleiter Reinhold Wessnitzer hervorragend betreut wurde. Ein Jahr später wuchs der Spielerbestand der ersten Mannschaft so stark, dass eine zweite Mannschaft aufgestellt werden konnte. Eine C-Jugend- und eine D-Jugend- Mannschaft sollten für den notwendigen Nachwuchs sorgen. Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 1965 konnte sich die Vereinsbilanz sehen lassen: Die Mitgliederzahl stieg auf fast 100 und die Vereinskasse wies einen beruhigenden Überschuss auf. Lehrer Adams wurde als erster Vorsitzender wiedergewählt.

    Der 31. Juli 1966 ging als einer der erfolgreichsten Tage in die Vereinsgeschichte ein: Die erste Mannschaft gewann in Vussem den Pokal der dritten Kreisklasse gegen Kalenberg mit 4:3. In der Kölnischen Rundschau vom 1. August 1966 hieß es: „Beide Mannschaften zeigten ein faires Spiel. Technisch hatte die Elf von Weyer leichte Vorteile, während die Kalenberger etwas verspielt waren. Miehl sorgte mit einem schnellen Doppelpack für die 0:2-Führung der DJK Kalenberg. Sieben Minuten später senkte sich ein Weitschuss von Mathia (Weyer) ins Netz und noch vor der Pause glich Derichs (Weyer) aus. Nach der Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel, in der 57. Minute brachte Schmitz die Concordia in Führung, wenige Minuten später erzielte Manfred Fiermann für Kalenberg den Ausgleich, im letzten Spieldrittel sicherte Schmitz Weyer den Siegtreffer.“ Der Pokal wurde der siegreichen Mannschaft von Landrat Linden, Kreis Schleiden, überreicht.

    1967 gelang der ersten Mannschaft der Aufstieg in die zweite Kreisklasse, im Qualifikationsspiel verwies man die DJK Hollerath auf den zweiten Platz. Dieser Aufstiegsmannschaft gehörten Rainer Jacobi, Klaus Müller, Hubert Lingscheidt, Willi Keller, Heinz Mathia, Bernd Moorkamp, Helmut Schmitz, Erich Keller, Heinz Wassong, Peter Wassong und Ernst Wassong an, betreut von Josef Rosenbaum. Vor dem Aufstieg war dieselbe Mannschaft erneut im Pokalendspiel der dritten Kreisklasse vertreten, musste sich jedoch dem SV Voissel mit 4:1 geschlagen geben. Die folgenden Jahre verliefen ohne sportliche Höhepunkte, die erste Mannschaft behauptete sich jedoch in der zweiten Kreisklasse. Dafür zeichneten sich die Sportler auf einem anderen Gebiet aus, denn die Kameradschaft wurde nach jedem Spiel, egal ob gewonnen oder verloren, neu gefestigt und dafür zog man zu „Mösche Bärb“ ins Lokal, ließ das Bier stiefelweise kreisen und sang so laut, dass die am Lokal vorbeigehenden Spaziergänger annehmen mussten, drinnen würde ein Olympiasieg gefeiert.

    Im dörflichen Leben bemühte sich der Verein um zusätzliche Aktivitäten, veranstaltete Sportfeste und war, bevor es den organisierten Karneval durch die „KG Weyerer Blömche“ gab, Ausrichter des Sitzungskarnevals in Weyer. 1973 erweiterte der Verein sein sportliches Angebot um eine Tischtennisabteilung – obwohl Spieler um Adi Rosenbaum, Dieter Meyer und Peter Czemitzki bestehen konnten und sogar in die erste Kreisklasse aufstiegen, löste sich die Abteilung 1978 wieder auf. Die Erklärung in der Festschrift zum 60-jährigen Vereinsjubiläum, sie sei wegen fehlender Trainingsmöglichkeiten in Weyer gescheitert, stimmt wohl nicht ganz, denn man hatte damals ortsfremde Spieler verpflichtet, die der Mannschaft nicht wie gewünscht zur Verfügung standen.

    Das 50-jährige Jubiläum wurde am 12. Juni 1976 gefeiert, wobei Ezio Gamba die Goldene Ehrennadeldes Fußballverbandes Mittelrhein erhielt und Karl-Heinz Derichs, Peter Huth, Klemens Wassong,Ernst Wassong und Josef Rosenbaum mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet wurden.

    Anfang der achtziger Jahre musste der Spielbetrieb erneut eingestellt werden und die besten Spieler wechselten. Um Weyer nicht zum fußballleeren Raum verkommen zu lassen, gründeten ehemalige Spieler und Kreispokalsieger von1967 eine Altherrenmannschaft. Die Teams um Heinz Wassong, Peter Wassong,Erich und Willi Keller wuchsen zu einer starken Einheit zusammen und zeigten 1984 nicht nur im Altsportkreis Schleiden, sondern sogar an der Nordseeküste, 400 Kilometer vom Heimatort entfernt, Präsenz. Unter der Überschrift „Fußballer aus der Eifel spielten und wanderten“ berichtete die Ostfriesische Zeitung, die Concorden hätten ihren dreitägigen Ausflug zu Eintracht Wangerland so geplant, dass sie am Wochenende beim vierten Fidi-Hans-Gedächtnisturnier für Altherrenteams mitspielten. Sie besuchten erstmals das Wangerland, nahmen Stollenschuhe und Unternehmungsgeist mit, wanderten im Schillinger Watt, schwammen im Hooksieler Wellenbad, besuchten Langeoog und gewannen so ein umfassendes Bild der Küste. Sportlich aktiv wurden sie am Samstag auf dem alten Sportplatz und faire, zeitweise feuchte Kämpfe gegen SV Wilhelmshaven, Heidmühler FC und TuS Dangastermoor endeten damit, dass Wilhelmshaven den „Pott“ verteidigte, Eintracht Wangerland Zweiter, Dangastermoor Dritter, Concordia Vierter und die HFC-Altherrenmannschaft Letzter wurde.

    1986 entstand die Idee, einen Ausflug in einen anderen Ort namens Weyer zu unternehmen – sechs Mal kommt der Name in Deutschland vor – und man entschied sich für Weyer im bayerischen Samerberg bei Kufstein. 1987 pflanzten die Kicker dort einen Apfelbaum als Zeichen der Freundschaft. 1988 erwiderten die Weyerer aus Bayern den Besuch, 1996 reiste die Altherrenmannschaft erneut nach Samerberg. Neben den Altherren-Aktivitäten organisierte der Verein Turniere mit allen Weyerer Vereinen, bot Gymnastik für Frauen und Familienwandertage an. Nachdem 1984 der Versuch, wieder eine Seniorenmannschaft aufzustellen, scheiterte, klappte es 1985: Unter Trainer Heinz Wassong begannen Rainer Krings, Frank Werner, Ken Derichs, Ralf Kluge, Linus Krämer, Joachim Hochgürtel, Heinz Hamacher Junior, Norbert Rosenbaum, Ulli Werner, Harald Schröder, Georg Schmitz, Clemens Hellenthal und Wolfgang Hamacher ihre Karriere in der Kreisliga C. Trotz beachtlicher Leistungen führte auch diese Neuaufstellung nicht zum dauerhaften Erfolg, doch 1996 legte man den Grundstein für die Spielerfusion mit dem Sportverein Lorbach, die bis zum Jubiläumsjahr Bestand hatte und in der Spielzeit 2000/2001 den Aufstieg in die Kreisliga A (Schleiden) erreichte.

    Ab der Saison 2008/2009 spielt die Seniorenmannschaft wieder unter dem Namen „Concordia Weyer“ in der 3. Kreisklasse. Nach einigen Jahren Zusammenarbeit mit dem TuS Lorbach, stellt die Concordia in der Saison 2008/2009 wieder eine eigene Seniorenmannschaft in der Kreisliga C und schaffte den sofortigen Aufstieg in die Kreisliga B. Jedoch musste 2012 schon wieder der Abstieg in die Kreisliga C verkraftet werden. Ab der Saison 2009/10 bis 2017/18 bildete man eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarn TSV Feytal. In den darauffolgenden Jahren verpasste man den Wiederaufstieg in die Kreisliga B mehrfach.

    Im August 2020 musste der Verein Abschied von seinem viel zu früh verstorbenen Trainer Uli Müsch nehmen. In herzlicher Geste ehrte die Herrenmannschaft der Concordia ihren
    verstorbenen Trainer Uli Müsch mit einem besonderen Hommage-Trikot. Der Trikotsatz, versehen mit einem schwarzen Trauerflor und den dezenten roten Initialen „UM“ auf dem Ärmel, ist mehr als nur ein Trikot – es ist ein dauerhaftes Andenken an einen Menschen, der dem Verein als Spieler, langjähriger Beisitzer im Vorstand und ab 2016/17 als Trainer tief verbunden war. Die
    Idee zu diesem ganz besonderen Trikot stammte von Sebastian Gebauer, dem damaligen Trainer, der Uli persönlich nicht kannte, aber den kollektiven Schmerz des Vereins spürte. Er ließ den Gedanken im stillen Kreis reifen, indem er nur wenige Spieler einweihte: „Wir alle fanden es eine ganz tolle Sache, seinen Vorgänger auf diese Art und Weise zu würdigen, obwohl sich beide zuvor nie begegnet waren“ wird Nico Schmitz in einem Interview zitiert. Finanziert wurde das Trikot von einem Sponsor, der anonym bleiben wollte. Mit dieser Geste vermittelte die Concordia nicht nur Respekt gegenüber einem geschätzten Menschen, sondern hielt sein Vermächtnis in einem sichtbaren Symbol lebendig – getragen auf dem Platz, in der Gemeinschaft, in der Erinnerung. Wir werden dich nie vergessen, Uli!

    Nach einigen durchwachsenen Jahren fand die 1. Mannschaft der Concordia in der Saison 2022/2023 endlich zurück in die Erfolgsspur und sicherte sich den Aufstieg in die Kreisliga B. Es war eine Spielzeit, deren Finale spannender kaum hätte sein können. Am Ende stand der zweite Tabellenplatz – und damit der direkte Aufstieg hinter der SG aus Oleftal. Bereits am vorletzten Spieltag bot sich auswärts auf dem Sportplatz in Scheven gegen den Kaller SC die große Chance, den Aufstieg perfekt zu machen. Die Mannschaft ging früh mit 1:0 in Führung, doch Nervosität machte sich breit. Den Gastgebern aus Kall gelang der Ausgleich und auch ein energisches Anrennen in der Schlussphase brachte nicht den entscheidenden Treffer. Der für die geplante Aufstiegsfeier organisierte Planwagen musste unverrichteter Dinge wieder abziehen – die Entscheidung war vertagt. Der letzte Spieltag versprach Hochspannung: Die Concordia benötigte mindestens ein Unentschieden gegen Tabellenführer Oleftal, falls der Verfolger SG 92 II sein

    Heimspiel gegen Nettersheim-Marmagen gewinnen sollte. Tatsächlich siegte der direkte Konkurrent, sodass die Mannschaft der Concordia nicht verlieren durfte. Da es für Oleftal sportlich um nichts mehr ging, entwickelte sich im „Sportpark am Weyerstein“ ein ereignisarmes Spiel. Beide Offensiv Reihen scheiterten mit ihren wenigen Chancen – nicht selten landete der Ball in den umstehenden Bäumen. Nach einem torlosen Remis schlossen Weyer und der Verfolger die Saison punktgleich mit 55 Zählern ab, doch der direkte Vergleich sprach für die Concordia - der Aufstieg war gesichert. Der Jubel kannte keine Grenzen – der Sportpark versank im rot-blauen Nebel der Aufstiegsfeierlichkeiten. Die Euphorie hielt leider nicht lange an. In der Kreisliga B erwies sich die Konkurrenz als zu stark für die Weyerer Elf. Nach einer schwachen Hinrunde trennten sich Trainer Sebastian Gebauer und die Concordia in beiderseitigem Einvernehmen. Am Ende stand der direkte Wiederabstieg in die Kreisliga C – sportlich ein Rückschlag, aber auch eine Chance für einen Neuanfang.